Eines ist klar: Böll kommt nicht.

„Böll kam nicht nach Troisdorf“ von Andreas Fischer

Dr. Bernhard R. M. Ulbrich

Andreas wollte bei ihm literarisches Schreiben lernen. Stattdessen taucht der Autor Frieder Salzgraf auf, wird eine Art Mentor für Andreas. Es entwickelt sich ein seltsames Verhältnis. Während der Lektüre treibt uns die Frage immer weiter:
Wer ist dieser Salzgraf und wie geht das aus?

Der Kern der Erzählung liegt im Jahr 1981. Andreas träumt davon, Schriftsteller zu werden. Er möchte gerne mit seinem literarischen Idol Heinrich Böll, der auch in Köln wohnt, Kontakt aufnehmen. Ich … bitte den Schriftsteller, einige meiner Kurzgeschichten zu lesen und mir zu schreiben, was er davon hält. (19) Das klappt aber nicht. Böll meldet sich nicht.

In der Zeitung stößt Andreas zufällig auf einen Artikel: Schriftsteller bietet Schreibkurs an. (25) Der Anbieter heißt Frieder Salzgraf, Mitglied der legendären „Gruppe 47“. Wer recherchiert wird dort den Namen aber nicht finden. Auf Anfrage versichert uns der Autor Andreas Fischer, dass es diese Person gegeben hat, ihr Name ist jedoch geändert.
In dem Kurs für kreatives Schreiben liest Andreas seine Kurzgeschichte „Das Bett“ vor. Salzgraf findet den Text stark: Es gibt nichts Spannenderes als einem Menschen zu lauschen, der offen und ehrlich von sich selbst spricht. (29) Diese Aussage gilt auch für die Erzählung. Beim Lesen steigt die Spannung, denn die Dinge entwickeln sich verstörend.
Salzgraf hält sich für einen Freund von Böll, der habe ihn als Mönch (99) verewigt. In ‚Billard um halb-zehn‘, da gibt es einen Mönch Salzgraf! (38) Ist das Salzgraf’s Trick, sich bei Andreas, dem Böll Fan, wichtig zu machen? […]

Erschienen im Mai 2026 auf https://birgit-boellinger.com

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